Manche meinen, es sei Schicksal gewesen. Andere denken, es sei etwas Stärkeres gewesen. Ganz gleich, was es auch gewesen sein mag, auf jeden Fall wurde eins der schönsten Gebäude von Barcelona Wirklichkeit: das Haus Climent Arola ...
Francisco de P. Villar i Carmona war ein junger Architekt, als er beauftragt wurde, das zu zeichnen, was der beeindruckendste Tempel der Stadt werden sollte: die Sagrada Familia. Drei Jahre lang lebte er zurückgezogen und widmete sich ausschließlich dem Projekt. Tag und Nacht grübelte er, wie diese Kirche auszusehen habe, aber niemand, auch nicht seine engsten Mitarbeiter, kannten die Einzelheiten des Tempels. Man sagt, er habe sich von den Kathedralen des Mittelalters inspirieren lassen: übermenschliche Ausmaße und unendlich viele Details der Epoche. Jedoch gelang es ihm nur, die Krypta zu errichten. Einer seiner Helfer betrog ihn. Auch wenn es nie bewiesen werden konnte, so wird doch der damals unbekannte und junge Architekt Antoni Gaudí verdächtigt, einen großen Teil der Pläne gestohlen und das Geheimnis gelüftet zu haben, das Villar i Carmona in jeder seiner Skizzen* sorgsam gehütet hatte. Als die Mäzen des Tempels das Projekt kennen lernten, verboten sie seinen Bau, da der Entwurf zu revolutionär war. Aber wie die Geschichte gezeigt hat, war der Architekt, der das Werk fortsetzte, nicht weniger revolutionär...
Kurz danach wollte eine Familie des katalanischen Bürgertums der Epoche, Climent Arola, den „revolutionären“ Architekten kennen lernen. Sie wusste von der Geschichte des Tempels und hegte den Wunsch, ein innovatives und spektakuläres Gebäude auf der elegantesten Straße der Grafenstadt zu errichten, auf der Rambla de Cataluña.
Nachdem Villar i Carmona viele Skizzen gezeichnet hatte, die wir noch heute in der Bibliothek des Hotels aufbewahren, setzte er in dieses neue Gebäude sein gesamtes Geschick, die Kreativität und Liebe ein, die er in der Sagrada Familia nicht verwirklichen konnte. Er entwarf ein Haus mit runden Balkonen, Freitreppen aus Marmor und ionischen Säulen. Er selbst suchte die fröhlichen hydraulischen Böden aus, entwarf die Deckenleisten und kümmerte sich um jedes einzelne Detail, das wir bis heute noch erhalten haben.
Die Kenner der Geschichte versichern, dass der Geist von Villar i Carmona noch immer in diesem Hause vertreten ist, denn so wie der Architekt gelegentlich erklärte, ist dieses Haus das Haus seiner Träume.
* Erfindung oder Wirklichkeit? Das weiß man bis heute nicht... ;-)